Ich sitze nun im Zug in Richtung Heimat, die erste Woche der Schulung wäre somit fast geschafft und unser Mädchen freut sich nur wenig mehr auf ihren Papa als dieser auf sein Kind. 
Wie war die erste Woche?
Anstrengend! Ich fand es sehr anstrengend. Und wenn irgendwer irgendwann behaupten sollte, ich hätte ja faul Urlaub gemacht, der bekommt ordentlich was auf die Mütze!
Wenn man von morgens um 9 Uhr bis ca. 17:30 Uhr mit einer Mittagspause und zwei weiteren kleinen Pausen den ganzen Tag sehr aufmerksam sein muss, dann geht das ganz schön auf den Körper. Schließlich ist man auch nicht mehr der Jüngste, auch wenn das früher in der Schule weniger ein Problem war. Und in den Pausen kann man ja auch nicht wirklich gut abschalten, denn die anderen Lehrgangsteilnehmer haben mit einem selbst ja auch nur den Beruf gemeinsam und dann redet man eben über den Beruf. Worüber auch sonst?
Ansonsten empfand ich die Woche als ziemlich einsam. Man wacht alleine auf, man geht alleine den ganzen Tag arbeiten, man isst alleine und man geht alleine wieder ins Bett. Da ist es nur natürlich, daß man sich einsam fühlt. Man kann keine Eindrücke mit jemandem teilen. Und am Telefon kann man das auch nicht so gut nachholen. Selbst das geliebte Bier schmeckt da nicht so richtig gut! 
Wie war Jena?
Interessant! – Man merkt sehr häufig, daß von den ca. 100000 Bewohnern knapp über 20% Studenten sind. Die Stimmung kam mir sehr jung und frisch vor.
Lustigerweise habe ich einige (für mich) interessante Beobachtungen gemacht: junge Mädchen/Frauen tragen momentan wohl sehr gerne sehr kurze Shorts und vorzugsweise dunkle blickdichte Strumpfhosen drunter. War mir neu, ist aber erträglich.
Dann scheint es in Jena irgendwie ein ungeschriebenes Gesetzt zu geben, wonach sich niemand auf öffentlichen Wegen bewegen darf, ohne nicht eine Tasche mit sich zu führen. Absolut Jeder hatte eine irgendwie geartete Tasche dabei: junge Männer meist eine Umhängetasche diagonal über die Schulter mit der Tasche am Rücken. Ältere Männer entweder mit Rucksack oder Plastiktüte (besonders Alternative mit Jute) in der Hand. Mädels und Damen so gut wie immer eine große Stoff-Handtasche. Jena ist für mich die Stadt der Taschenträger.
Essen in Jena
Gleich am ersten Abend hatte ich wohl einen Glücksgriff getan: ich landete in Der Kneipe Jena und war dort außerordentlich zufrieden. Das Essen (am Montag Spaghetti mit Lachs-Sahne-Soße) war extrem lecker und auch die andern Gäste und die Bedienung waren lieb und nett und es machte dort einfach Spaß. Daß das Essen mit 5,90 Euro auch recht günstig war, tat ein Übriges zu meiner guten Meinung.
Dienstags dann war ich direkt vor dem Hotel im “Biergarten”, genoß das Hotel-WLAN, die Sonne und lecker Asiatisch für 3,50 Euro. Auch hier war ich sehr zufrieden.
Am Mittwoch hatte ich Lust auf italienisch. Ein Paar auf der Strasse empfahl mir das “La Studente”. Ein interessanter Laden. Draußen gefühlte 100 Tische, ca. 10 herumeilende männliche Bedienungen (typisch Italiener eben) und eine weibliche Bedienung. Ich wurde sehr flott und typisch italienisch ruppig bedient, die Pizza kam recht schnell und es lief Fußball. So weit zum guten Teil. Die Pizza war ziemlich cross gebacken, der Teller wackelte wie sonst noch was und wie bereits gesagt, die Bediener waren mir zu ruppig. Etwas mehr Freundlichkeit wäre hier angebracht.
Am Donnerstag Abend ging ich dann nochmals in “Die Kneipe”. Immerhin war es dort Montag ja sehr gut gewesen. Auch gestern war es prima. Draußen war zwar jeder Platz belegt, aber drinnen am Tresen war noch locker Platz und die freundliche und sehr nette Bedienung kann nur weiterempfohlen werden!
Kleiner Tipp für Spätesser: bei “fritz mitte” ist immer was los und man bekommt sehr leckere Pommes mit noch leckereren Soßen dazu! 
Über das Mittagessen in der Nobel-Location in Jena breite ich persönlich lieber den Mantel des Schweigens!
Hotel in Jena?
Ja. In einem Hotel war ich auch. Das Ibis liegt sehr zentral, hat ein gutes und reichhaltiges Frühstück (daß mit 10 Euro normalem Aufpreis IMHO etwas zu teuer ist) und alles war dort jeden Tag sehr sauber. Allerdings habe ich von der Freundlichkeit und Herzlichkeit des Personals schon in angenehmeren Hotels übernachten dürfen. Ich weiß jetzt aber nicht, ob das die normale Art der Jenaer ist/war oder ob die Angestellten nur wenig Spaß an ihrer Arbeit haben. Ist mir einfach nur aufgefallen. Ansonsten gibt es dort nicht viel zu meckern. Bad, Dusche, Fön, TV, Klimaanlage. Alles da und alles in einem guten Zustand. Sollte es auch sein, bei den Bussiness-Preisen.
Alles in Allem ist es in Jena sehr angenehm, da die Wege überall hin recht kurz sind. Man kann alles bequem zu Fuss erreichen und die Preise für das Essen sind wirklich noch okay. Zur Schulung selbst kann und möchte ich hier nur wenig sagen, da das hier unser Familien- und Freizeit-Blog ist und ich hier die Arbeit zumindest direkt gerne raushalten würde.
Auf jeden Fall freue ich mich JETZT auf meine Mädels und das Wochenende mit ihnen. 